deutschland – 24.-26.06.08

deutschland / germany

51. tag – di, 24.06.08 – haiming/a-wolfratshausen – 119 km / 946 hm 07-untersch-bewolkt-einz-schauer.jpg

nach einer kurzen anrollphase erwartet mich mit dem anstieg von telfs nach buchen – 639 höhenmeter auf 7 km = exakt 9 % durchschnittliche steigung – eine besondere sportliche herausforderung. daran schließt sich eine herrliche abfahrt vorbei an der teufelsklamm bei leutasch über die österreichisch-deutsche grenze nach mittenwald an, wo ich mir bei einem – nun (leider) deutschen – cappucino eine kurze erholung gönne.

die weiterfahrt zunächst über die ruhige b11 und dann den radweg r1 führt durch eine malerische voralpenlandschaft mit ihren typischen blumengeschmückten bauernhöfen und fremdenpensionen, blühenden wiesengründen und satten weideflächen, gepflegten feldern und dunklen tannenwaldstücken. besonders schön ist die fahrt am ufer des walchensees, dessen blau-türkis leuchtende einladung zu einem kurzen erfrischenden bad ich ebenfalls nicht widerstehen kann. gleiches geschieht nach meiner ankunft in wolfratshausen, wo ich der warmwasser-dusche auf dem campingplatz ein spontanes bad im glasklaren und kalten wasser eines kleinen, gestauten loisach-nebenflusses vorziehe.

52. tag – mi, 25.06.08 – wolfratshausen-landshut – 130 km / 247 hm sonnig

bereits am morgen ist es sehr heiß und schwül, so dass ich den ursprünglich beabsichtigten besuch der münchener innenstadt fallen lasse, lieber meine fahrt auf dem isarradweg durch die kühle der isarauen fortsetze und, außer bei der vorbeifahrt an den villen und dem fc bayern domzil an der grünwalder str., kaum merke, dass ich die millionenstadt münchen durchquere. diese stadtdurchfahrt – teilweise gar durch den englischen garten – ist sicherlich eine der schönsten in deutschland. dem vorbild der sich am isarufer sonnenden und im fluss abkühlenden menschen eifere ich bald nach und springe an einer einsamen stelle ebenfalls in die erfrischenden türkisfarbenen fluten.

später passiere ich die universitätsstadt freising und erreiche das wegen seines wappens auch drei-helme-stadt genannte landshut, beide mit einer schönen altstadt, in der die menschen den herrlichen sommertag in eiscafés genießen, ein luxus, den ich mir gleichfalls gönne.

zum abschluss des tages freue ich mich über den einzug unserer fußball-nationalmannschaft ins em-finale, wenngleich ich mitleid mit der beim 2:3 stark aufspielenden und unglücklich unterlegenen türkei habe.

53. tag- do, 26.06.08 – landshut-parkstein – 181 km / 611 hm sonnig

entgegen meiner ursprünglichen planung bewältige ich die restdistanz nicht in zwei, sondern einem tag. die entscheidung fällt nach 115 km in schwandorf, als nach weiden noch 55 km angezeigt werden – mit den noch hinzuzurechnenden 10 km bis parkstein eigentlich zu lang für einen tag, aber zu kurz, um eine weitere übernachtung so kurz vor astrids zuhause zu rechtfertigen. also, zähne zusammenbeißen und durch zur längsten und schnellsten aller etappen dieser tour.

davor stand allerdings eine zunächst recht anspruchsvolle fahrt weiter durch das tertiärhügelland bis ins sympathische regensburg mit seinem beeindruckenden gotischen dom st. peter und der gemütlichen altstadt, in der ich an der steinernen brücke über die donau, vorbild u. a. der prager karlsbrücke, eine kurze rast einlege. weiter führt mich dann ein wunderbarer radweg durch das besonders romantische naabtal, in den markt kallmünz – eine liebliche künstlerkolonie, ebenfalls mit einer steinernen brücke -, durch burglengenfeld und schwandorf, vorbei am mittelalterlichen, auf einem felsrücken gelegenen nabburg und in die nette kleinstadt pfreimd. von dort aus absolviere ich auf mir vertrauten wegen über wernberg, luhe und weiden die restlichen, schließlich doch mühsamen kilometer zu, von meiner frühen ankunft freudig überraschten, astrid in parkstein.

  • 53 reisetage
  • 31 radeltage
  • 3.300 km (= ø 106 km/tag)
  • > 24.000 höhenmeter (= ø 774 hm/tag bzw. 7 hm/km)
  • – 5 kg körpergewicht

liegen nun hinter mir, damit ein unglaubliches bündel an eindrücken und erfahrungen sowie schließlich eine gewisse genugtuung und freude darüber, die sportliche und mentale herausforderung einer solchen alleinfahrt einmal mehr bewältigt zu haben. die kurz überlegte möglichkeit, aus der ’südkap‘ radtour die ‚viaggio con bici da catania a colonia‘ zu machen und die restlichen gut 750 km bis in den domschatten auch noch per fahrrad zu meistern – anstelle von 500 km mit dem auto, habe ich mangels ausreichender motivation und zeit – am 05.07. will ich in köln sein – schließlich leichten herzens aufgegeben.

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