pyrenäen radtour 31.08.-09.09.07

san sebastian-girona – 8 etappen – 917 km / 16.240 hm

route

anreise
freitag, 31.08.07 – autofahrt köln – san sebastian (~ 1.300 km)

um ca. 16:00 uhr haben sabine, udo, martijn und ich meinen vw-bus mit 4 rennrädern, 2 satz laufrädern, werkzeugkoffer, rennkompressor und einem vorrat an bananen, apfelsaft und mineralwasser sowie dem üblichen reisegepäck beladen. nach einer tasse tee machen wir uns dann in richtung san sebastian auf, wo wir uns mit anne und georg treffen wollen. die fahrt über belgiens und frankreichs autobahnen verläuft ohne probleme, so dass wir inkl. einiger tank- und bio-pausen nach gut 14 stunden am zielort eintreffen.

1. etappe
samstag, 01.09.07 – hondarriba – st-jean-pied-de-port – 102 km/1.464 hm
martijn, udo, herbert + georg vor der abfahrt “ick bün al dor” / ich bin schon da! - herbert und martijn wir kommen! - georg und udo

kurz vor 07:00 uhr erreichen wir das hotel von anne und georg in hondarriba bei san sebastian und zögern nur kurz, bevor wir die beiden wecken, um dann gemeinsam das hotelfrühstück zu genießen. anschließend laden wir das restliche gepäck auf, werfen uns in unser haribo-teamdress, füllen trinkflaschen und trikotaschen, präparieren die räder und machen uns bei strahlendem sonnenschein auf den ersten der beiden als einrolletappen geplanten und der insgesamt vorgesehen acht streckenabschnitte, die wir bereits in köln ausgearbeitet hatten.
die ausfahrt aus hondarriba gestaltet sich einerseits aus unkenntnis der örtlichen gegebenheiten, andererseits aufgrund noch nicht reibungsloser kommunikaton zwischen ‚rennteam’ und begleitfahrzeug mit anne und sabine sowie bei extrem dichtem autoverkehr reichlich chaotisch. schließlich finden wir aber unsere route über ruhige straßen durch eine überraschend schöne landschaft, die teils durch schroffe, felsige berge mit kargen gipfeln, teils durch üppige vegetation und liebliche täler sowie malerische dörfer gekennzeichnet ist, und gehen sogleich auf klettertour:

1. pass – porto de otxondo – 602 m
2. pass – porto de itzpegui – 690 m

nach einer anschließenden pause mit café au lait und tarte basque erreichen wir in lockerer fahrt den ziel- und jakobsweg-etappenort saint-jean-pied-de-port, wo wir uns im romantischen ‚hotel itzalpea’ einquartieren und in der altstadt das übliche touristenmenü genießen.
am ende weist die etappenstatistik auf:

tagesstrecke – 102 km
fahrtzeit – 04:21:26
durchschnittsgeschwindigkeit – 22,3 km/h
durchschnittliche steigung – 6 %
höhenmeter – 1.464
max. steigung / gefälle – 11 % / 11 %

2. etappe
sonntag, 02.09.07 – st-jean-pied-de-port – oloron – 95 km/1.696 hm
ausfahrt aus st-jean-pied-de-port am col d’iraty in oloron

der zweite, eigentlich ebenfalls als einrolletappe geplante streckenabschnitt stellt sich in wirklichkeit sehr bald als erste ernsthafte härteprüfung heraus. nach relativ lockeren 30 km – unter heiterem bis wolkigem himmel – durch ein welliges tal mit immer wieder schönen landschafts- und orstdurchfahrten irritiert uns zunächst der vorauseilende beifall von zuschauern am straßenrand; das allerdings nur kurz, denn bei der fahrt über die beiden pässe

3. pass – col de burdincurutcheta – 1.135m
4. pass – col d’iraty – 1.372 m

davon der letztere mit einer gesamtlänge von 17,5 km und bis zu 11,5 % steigung, wird uns der grund für die anerkennende aufmunterung der zaungäste sehr schnell klar. so sind wir froh, eine kürzere variante als die mit zwei weiteren ‚hammerpässen’ (port de larrau, col de la pierre st. martin) gespickte ursprünglich vorgesehene route für die weiterfahrt nach oloron gewählt zu haben. zwischenzeitlich genießen wir das von anne und sabine perfekt organisierte picknick mit baguette, käse und weintrauben.
am schluss dieser ‚einrolletappe’ steht die beeindruckende bilanz

tagesstrecke – 95 km
fahrtzeit – 04:29:08
durchschnittsgeschwindigkeit – 21,2 km/h
höhenmeter – 1.696
durschnittliche steigung – 8 %
max. steigung /gefälle – 15 % / 17 %

ein quartier finden wir 8 km westlich unseres zielorts in einem malerischen französischen landhaus in herrère, das – liebevoll als hotel ‚domaine de l’aragon’ hergerichtet – von einem engl./österr. paar betrieben wird. nach einem bummel durch oloron mit seiner beeindruckenden kathedrale und den hübschen fassaden am flussufer stärken wir uns in einem der landestypischen restaurants für die herausforderungen des folgetages.

3. etappe
montag, 03.09.07 – oloron – argelès-gazost – 103 km/2.344 hm
vor… …her nachher: der col d’aubisque - herbert, martijn und georg

der heutige streckenabschnitt ist mit drei passüberquerungen als königsetappe geplant. wie sehr unser stehvermögen gefordert werden sollte, erschließt sich uns bei der abfahrt unter tief wolkenverhangenem himmel allerdings noch nicht. rollen wir zunächst noch gemächlich durch ein schönes, leicht ansteigendes flusstal, beginnt sehr bald der erste knackige anstieg über schließlich insgesamt drei prominente pässe

5. pass – col marie-blanque – 1.030 m
6. pass – col d’’aubisque – 1.709 m
7. pass – col de soulor – 1.474 m

wovon uns vor allem der erste mit durchschnittlichen 10 und maximalen 15 % über eine distanz von 8 km besonders viel abverlangt. aber der sehr lange anstieg zum ausbisque mit seinen durchschnittlichen 9 und maximalen 10 % sowie die anschließende abfahrt werden beinahe zur qual, denn dichter nebel mit einer sichtweite von nur 30 m und andauernder heftiger nieselregen bei temperaturen um 10 ° c sind nicht nur extreme begleitumstände, sondern versagen uns auch die sprichwörtlich schöne aussicht vom gipfelpunkt dieser strecke.
dagegen ist die nebelfahrt über den col de soulor mit durchschnittlichen 6,5 % fast ein spaziergang.
die abfahrten aber verlangen nicht nur wegen der sichtverhältnisse, nässe und straßenbeschaffenheit, sondern auch wegen der immer wieder unvermittelt auf der straße auftauchenden schafe, ziegen, kühe und sogar schweine und esel besondere aufmerksamkeit. die daten der tagesetappe heute:

tagesstrecke – 103 km
fahrtzeit – 05:31:55
durchschnittsgeschwindigkeit – 18,6 km/h
höhenmeter – 2.344
durschnittliche steigung – 7 %
max. steigung /gefälle – 15 % / 15 %

unterkunft finden wir im am stadtrand von argèles-gazost gelegenen hotel ‚bon repose’, das uns mehr durch die freundlichkeit des personals als durch komfort und qualität einnimmt.

ruhetag
dienstag, 04.09.07 – argelès-gazost
pont napoléon: bungee plattform bei luz-saint-saveur romanische abtei in saint-savin pyrenäen-idylle

nach den anstrengungen des vortages und aufgrund des sich nur ganz allmählich bessernden wetters kommt der vorgesehene ruhetag zur rechten zeit. nach ausgiebigem frühstück und plauderstunde unternehmen wir eine exkursion, nein, nicht nach lourdes, sondern ins städtchen luz-st-saveur, wo wir einen stadtbummel u.a. mit besichtigung der schönen aus dem 11. jahrhundert stammenden ‚eglise des templiers’ unternehmen, und zu einem anschließenden picknick im tal mit der anfahrt zum cirque gavarnie.
auf der rückfahrt nach argelès-gazost entdecken wir den romantischen ort saint-savin, in dem wir kaffee trinken und im gourmet-restaurant ‚le viscos’ unser diner buchen, was uns am abend den kulinarischen höhepunkt dieser tour bereiten sollte.

4. etappe
mittwoch, 05.09.07 – argelès-gazost – luchon – 114 km/3.207 hm
zwei riesen - udo auf dem col du tourmalet aussicht vom col d’aspin herbert auf dem col de peyresourde

heute warten, bei mittlerweile wieder traumhaftem wetter mit einem strahlend blauen, wolkenlosen himmel, der sich bis zum ende der tour halten sollte, erneut 3 berüchtigte cols auf uns:

8. pass – col du tourmalet – 2.115 m
9. pass – col d’aspin – 1.689 m
10. pass – col de peyresourde – 1.569 m

die sich insgesamt zum größten höhenmeter-tageswert dieser tour ‚auftürmen’. das nachhaltigste erlebnis dieser etappe ist dabei die atemberaubende aussicht vom gipfelpunkt der zweiten passüberquerung, dem col d’aspin. bei klarer sicht geht der blick fast 360° über das panorama der gipfel der hochpyrenäen und auf die sich in langen serpentinen in die täler windenden vor bzw. hinter uns liegenden straßen. so wird auch die lange abfahrt in den lebhaften zielort bagnères-de-luchon zu einem ganz besonderen erlebnis, die wir mit einem frisch gezapften bier im bistro neben unserem ‚hotel spa et bellevue’ auf der hauptstraße begießen. den tag beschließen wir nach einer längeren restaurant-suche angemessen bei einem schmackhaften menü und passendem wein.
hier noch die werte dieser lang/hoch-etappe:

tagesstrecke – 114 km
fahrtzeit – 05:37:24
durchschnittsgeschwindigkeit – 20,3 km/h
höhenmeter – 3.207
durschnittliche steigung – 7 %
max. steigung /gefälle – 14 % / 14 %

5. etappe
donnerstag, 06.09.07 – luchon – saint-girons – 109 km/1.645 hm
auf der spanisch-französischen grenze aussicht auf bossost im val d’aran perfekte information - einschüchterung oder ansporn? 

seit zwei tagen werden unsere beiden begleiterinnen im vw-bus von in den inneraum strömenden auspuffgasen belästigt, die durch einen riss des auspuffrohrs in der wagenmitte austreten. durch die entscheidung, den col de menté auszulassen und eine alternativstrecke zu wählen, finden wir nicht nur per zufall eine kleine werkstatt, in welcher der auspuffschaden recht unkonventionell und schnell, dafür aber dauerhaft und für kleines geld repariert wird; zusätzlich erweitern wir unsere pass-sammlung um zwei weitere, allerdings wenig furchteinflößende cols, was die heutige quote auf insgesamt vier pässe anhebt:

11. pass – col de portillon – 1.293 m
12. pass – col des ares – 797 m
13. pass – col de buret – 599 m
14. pass – col de portet d’aspet – 1.069 m

nach dem passieren des col des ares jagt uns allerdings anne einen gehörigen schrecken ein, als sie den vw-bus beim versuch, in einen parkplatz einzubiegen, in den graben fährt und dabei – glücklicherweise nur – das rechte vorderrad zu bruch geht. mit der bereitwillig gewährten hilfe eines französischen lieferwagen-fahrers gelingt uns aber die bergung ebenso wie der anschließende radwechsel.
entschädigt werden wir mit einem knallharten anstieg zum letzten pass, der uns alle kräfte abverlangt, einer wunderbaren abfahrt nach saint-girons und dem empfang im geschmackvollen und komfortablen ‚hotel eychenne’, mit einem allerdings nicht ganz ausgewogenen preis/leistungs-verhältnis.
am ende stehen zu buche:

tagesstrecke – 109 km
fahrtzeit – 04:44:05
durchschnittsgeschwindigkeit – 22,9 km/h
höhenmeter – 1.465
durschnittliche steigung – 7 %
max. steigung /gefälle – 18 % / 18 %

6. etappe
freitag, 07.09.07 – saint-girons – ax-les-thermes – 110 km/1.758 hm
anstieg durchs flusstal auf dem col d’agnes blick über den bergsee zum port de lers

der heutige abschnitt führt durch die bekannte skiregion der pyrenäen, die hier zum teil deutlich von der wintersport-infrastruktur geprägt sind: liftanlagen, eine vielzahl von abfahrtschneisen und sonstige wintersport-einrichtungen sind als deutliche eingriffe in die ansonsten wunderbare pyrenäen-landschaft allerorten erkennbar. zwei cols kennzeichnen die etappe:

15. pass – col d’agnes – 1.595 m
16. pass – port de lers – 1.516 m

wovon der erste mit durchschnittlichen 10 und maximalen 14 % bei einer länge von 10 km besonders anstrengend, der zweite mit 4,5 bzw. 8 % bei 8 km vergleichsweise ‚gemütlich’ ist. zwischen den beiden cols liegt in einer mulde malerisch ein bergsee, der zum verweilen, picknicken und fotografieren einlädt. und ein stück weiter beobachten wir paraglider bei ihrem spektakulären start und spiel in den kräftigen aufwinden.
nach einer langen abfahrt durch eine abwechslungsreiche hochplateau- und waldlandschaft und über eine sich anfangs in engen serpentinen ins tal windende, dann leider etwas unebene straße gelangen wir zunächst nach tarascon-sur-ariège, wo unsere begleitfahrzeug-pilotinnen uns zum picknick erstmals rotwein kredenzen.
schließlich erreichen wir das wenig beeindruckende, stark vom wintersport geprägte ax-les-thermes, wo wir das vorher gebuchte ‚hotel de france’ nach inaugenscheinnahme fliehen und in dem wesentlich sympatischeren sowie unerwartet ruhigen und charmanten ‚hotel terminus’ gegenüber dem bahnhof einchecken.
in unsere etappenstatistik fließen ein

tagesstrecke – 110 km
fahrtzeit – 05:09:58
durchschnittsgeschwindigkeit – 21,2 km/h
höhenmeter – 1.758
durschnittliche steigung – 7 %
max. steigung /gefälle – 14 % / 17 %

7. etappe
sa, 08.09.07 – ax-les-thermes – st-quirze-de-besora – 176 km/3.128 hm
auf geht’s! bergidylle bei goulours eine traumabfahrt!

eigentlich ungeplant wird der heutige streckenabschnitt zur längsten und fast ‚höchsten’ aller etappen. aber davor stehen zunächst einige nennenswerten anstiege, kurz vor bourg-madame ein – von martijn und udo natürlich gewonnener – sprintwettbewerb mit einem spanischen rennfahrer sowie ein picknick beim besuch eines volksfestes in einem kleinen pyrenäen-bergdorf mit protagonisten in mittelalterlichen kostümen, darbietungen von kleinkünstlern, freiluft-theater, verkaufsständen, musik und verlosungen.
insgesamt stellen sich – nach dem anstieg über la molina – der abschließenden, geradezu berauschenden 40 km-abfahrt vom neu erbauten winterressort ‚gran hotel termes la collada de toses’ über eine perfekt asphaltierte, in leichten kurven verlaufende straße hinunter nach ripoll vier pässe in den weg:

17. pass – port de pailhères – 2.001 m
18. pass – col de quillane – 1.714 m
19. pass – col de la perche – 1.574 m
20. pass – collada de toses – 1.865 m

wovon der erste der härteste (7 % im durchschnitt) und der letzte der längste (21,6 km) ist. ungeplant war, dass das ausgesuchte hotel nicht wie vorgesehen in ripoll, sondern 16 km weiter südlich, abseits unserer eigentlichen route liegt.
die tagesdaten können sich jedenfalls sehen lassen:

tagesstrecke – 176 km
fahrtzeit – 07:37:27
durchschnittsgeschwindigkeit – 23,1 km/h
höhenmeter – 3.128
durschnittliche steigung – 6 %
max. steigung /gefälle – 14 % / 15 %

8. etappe
sonntag, 09.09.07 – st-quirze-de-besora – girona – 111 km/1.000 hm
kloster von ripoll blick vom coll de coubert ‘das werksteam’ - udo, georg, herbert und martijn am ziel

für unseren abschlusstag haben wir uns eine lockere fahrt vorgenommen und beginnen den tag deshalb zunächst mit der besichtigung des klosters von ripoll. bei der weiterfahrt wählen wir allerdings versehentlich die falsche ausfallstrasse und stehen auf der n260 plötzlich vor einer nicht erlaubten tunneldurchfahrt. also, umkehren und mal eben einen 15 km umweg mit zwei pässen über 1.000 m und durchschnittlichen 6,5 % bewältigen:

21. pass – coll de santigosa – 1.064 m
22. pass – coll de coubert – 1.000 m

vor dem erreichen des etappenziels machen wir noch eine längere pause am olympia-rudersee und schießen die bei unseren haribo renndresses geradezu obligatorischen fotos vor dem haribo-werk.
die anfahrt durch gironas enge altstadtgassen zum in unmittelbarer nähe der das weichbild der stadt dominierenden kathedrale gelegenen stilvollen ‚hotel históric’ gestaltet sich allerdings recht stressig. dafür genießen wir bei hochsommerlichen temperaturen – trotz einer aufreizend schlecht gelaunten kellnerin – in der ‚casa marieta’ auf der placa indepenéncia das abendessen, mit dem wir unsere tour angemessen abschließen.
der chronistenpflicht sei noch mit den etappendaten genüge getan:

tagesstrecke – 111 km
fahrtzeit – 04:33:19
durchschnittsgeschwindigkeit – 24,3 km/h
höhenmeter – 1.000
durschnittliche steigung – 5 %
max. steigung /gefälle – 11 % / 16 %

bummel durch girona kathedrale von girona abschlussessen mit unseren begleitfahrzeug-pilotinnen sabine und anne

datenübersicht

datenübersicht

Schreibe einen Kommentar