2. teil: pärnu/est-liepāja/lv – 19.-23.07.07

lettland.gif lettland

76. tag – donnerstag, 19.07.07 – pärnumaa/est-meleki/lv – 85 km / 30 hm
04-meist-sonnig.jpg

nach einer wunderschönen fahrt – trotz heftigen gegenwinds – entlang der estnischen ostseeküste überquere ich ohne große formalitäten und von einem freundlichen lächeln der lettischen grenzbeamtin begleitet die grenze zum zweiten baltischen land.
im grenzort ainaži (hainasch) stärke ich mich – von einer netten wirtsfrau freundlich bedient – für erstaunlich kleines geld, rolle relativ leicht über die sehr bald schon – überwiegend mit eu-geldern finanzierte – gut ausgebaute via baltica und finde bei meleki einen einfachen aber schön gelegenen campingplatz.

77. tag – freitag, 20.07.07 – meleki-riga – 88 km / 95 hm
04-meist-sonnig.jpg

nach einer unruhigen regensturmnacht breche ich bei mittlerweile wieder schönem wetter relativ zeitig auf und erreiche nach zügiger fahrt riga bereits am frühen nachmittag. das suchen einer unterkunft gestaltet sich aufgrund meines rades zunächst ein wenig kompliziert, aber es bleibt mir noch genügend zeit für einen ersten ausgiebigen bummel durch die altstadt des jahrhunderte alten riga, das bereits 1225 stadtrechte nach norddeutschem vorbild erhielt und 1282 der hanse beitrat. besonders deutsche kaufleute waren es, die riga als wichtigen handelsplatz nutzten und so zu wirtschaftlicher blüte verhalfen. das spiegelt sich in der gesamten altstadt mit ihren vielen prachtvollen ehemaligen gilde- und speicherhäusern wider. nach einem kräftigen abendessen in zwar touristischer, aber dennoch uriger atmosphäre lausche ich den mitreißenden klängen einer auf dem domplatz aufspielenden r&b band und genieße anschließend noch die entspannte stimmung unter jungen rucksacktouristen bei einem absacker im riga old town hostel und angeregter unterhaltung mit einem lettischen paar.

78. tag – samstag, 21.07.07 – riga-apsupe – 79 km / 60 hm
04-meist-sonnig.jpg

am vormittag setze ich die stadtbesichtigung fort, versuche ein paar besondere fotos zu schießen, checke dann aus dem hotel aus, da ich kein zimmer für die ursprünglich geplante zweite nacht zu einem akzeptablen preis erhalten kann, aktualisiere noch schnell meinen weblog und mache mich ohne festes ziel auf richtung westlicher ostseeküste.
einen besonders schönen schlafplatz finde ich auf einem speziell für festlichkeiten eingerichteten gelände, auf dem eine große, fröhliche party-gesellschaft mir großzügig gastrecht gewährt und mich an ihrem fest – mit feuerwerk! – teilhaben lässt. am nächsten morgen finde ich ein kleines souvenir an meinen lenker gebunden – sehr nett!

79. tag – sonntag, 22.07.07 – apsupe-liepāja – 169 km / 422 hm

null

begünstigt durch gutes wetter und einen freundlichen ostwind sowie aufgrund guter beine und ebensolcher stimmung breche ich heute meinen eigenen streckenrekord – knapp 170 km, fast im 24er schnitt! die strecke selbst ist zunächst relativ eintönig, lediglich die vielzahl der störche erregt meine besondere aufmerksamkeit, wird dann aber im profil etwas anspruchsvoller, was meinen ehrgeiz aber eher anstachelt und die durchschnittsgeschwindigkeit zu meinem eigenen erstaunen sogar noch anhebt. schließlich bewältige ich die ursprünglich für zwei tage geplante distanz in einem.
umso entäuschender dann aber mein eindruck vom zielort liepāja (ehemals libau) – grau, profillos, schmutzig – nicht nur wegen des gerade beendeten musikfestivals und der unübersehbaren spuren; vielmehr scheint der im lande sonst überall sichtbare wirtschaftsboom hier nur marginal gewirkt zu haben.
auf der suche nach einer bleibe für die nacht – ein stadtnaher campingplatz war nicht zu finden – treffe ich vor der touristeninfo auf niko + company, eine 5-köpfige westfälische radler-truppe mit gleichem problem. schließlich finden wir dann wenige kilometer südlich der stadt doch einen privaten kleinst-campingplatz mit minimal-einrichtung.

80. tag – montag, 23.07.07 – liepāja – ruhetag
00-starker-regen.jpg
da es der wettergott heute absolut nicht gut mit mir meint – es regnet und stürmt (natürlich aus der falschen richtung) seit dem vorabend – und ich ja ohnehin ‚vor dem plan‘ bin, verbringe ich den tag mit, ja, eigentlich gar nichts: ein wenig lesen, putzen, flicken oder – wie man in köln sagt – rumbrasseln in der hoffnung, dass sich das wetter bis morgen wieder beruhigt.

< zum 1. teil – estland                                                   zum 3. teil – litauen >

<< zur übersicht baltikum

Schreibe einen Kommentar