1. teil: tallinn-pärnu – 17.-18.07.07

estland.gif estland

74. tag – dienstag, 17.07.07 – helsinki/tallinn-valli (bei rapla) – 90 km / 145 hm

vexi weist mir auf seinem bianchi-renner den weg zum westterminal, wo wir uns herzlich verabschieden und ich die fähre nach tallinn besteige. dort angekommen, fasse ich mich bei dem geplanten kultur-besuch dann doch relativ kurz, da mich die sich – von sieben im hafen vor anker liegenden kreuzschiffen – in die gassen der tallinner altstadt ergießenden touristenströme doch ziemlich nerven.aber unübersehbar ist diese alte hanse-stadt, die seit der dänenherrschaft anfang des 13. jahrhunderts bereits stadtrechte besitzt, ein kleinod. schon damals zeigten die esten ihr ausgepägtes streben nach unabhängigkeit und erhoben sich gegen die dänen, um von diesen schließlich an den deutschen orden verkauft zu werden. einige der wichtigsten und schönsten historischen zeugnisse in der stadt stammen aus ihrer anschließenden blütezeit bis zum ende des 15. jahrhunderts. zu recht ist die altstadt in die unesco-liste als zu schützendes weltkulturerbe aufgenommen.nach einem mittagessen im angeblich schönsten restaurant der stadt, „olde hanse“, mache ich mich auf den weg nach süden und gelange nach vergeblicher ausschau nach in der karte verzeichneten campingplätzen und einigen umwegen dank der hilfe zweier außergewöhnlich hilfsbereiter teenager schließlich doch noch auf einen urigen platz bei valli, wo mich die freundliche chefin zum abendessen mit einem lachsgericht überrascht. die fahrt dorthin führt über fast unbefahrene, bestens asphaltierte straßen – keine spur von schotterpisten mehr! – durch eine friedliche, ebene wald- und wiesenlandschaft, die das reisen zur muße werden lässt.

75. tag – mittwoch, 18.07.07 – valli-pärnumaa – 88 km / 25 hm

nach dem nächtlichen regen ist der wind kräftig aufgefrischt, hat den himmel leergeputzt und macht, da von südwesten kommend, das vorankommen doch leidlich schwer. nach 70 km erreiche ich die wegen ihres klimas und ihrer tradition als badestadt berühmte „sommerhauptstadt estlands“, pärnu (pernau). ebenfalls ein schmuckstück an einer stelle, wo menschen schon vor rund 11.000 jahren erstmals siedelten. neben dem seit ende der russischen okkupation wieder für viele fährverbindungen genutzten hafen und den stränden sind besonders sehenswert die vielen schönen bürgerhäuser mit ihren prächtigen fassaden, darunter auch einige beispiele jüngeren datums aus der zeit des durch das bauhaus entwickelten funktionalismus, sowie befestigungsanlagen und sakrale bauten – das tallinnsche tor oder der rote turm bzw. die orthodoxe verklärungskirche und die elisabethkirche sind beeindruckende beispiele. nach einer stärkung in einem der vielen gemütlichen restaurants mache ich mich wieder auf den weg weiter nach süden – gegen den immer noch heftigen wind 🙁 – und finde eine günstige unterkunft in einer kleinen hütte zu umgerechnet € 12,00 inkl. sauna und üppigem frühstück!

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