teil 1: dessau-königstein – 03.-11.04.

deutschland / germany

1. tag – frei, 03.04.09 – parkstein-weiden (hbf)-dessau – 27 km / 66 hm meist sonnig

abreise parkstein 03-04-09  gera hbf  camping wildensee bei dessau

nach abgeschlossener minutiöser vorbereitung am vortag brechen wir bei strahlend sonnigem wetter schon früh bei astrid in parkstein auf zur anreise per zug von weiden (oberpfalz) über gera und leipzig zum startort dessau.

vorher aber gibt es dennoch einen schreck in der morgenstunde: ich habe die falschen, nämlich rennrad- statt trekking-radschuhe, passend für ein anderes pedalsystem und ungeeignet zum laufen, dabei. aber ein anruf genügt, und sohn simon schickt mir das richtige paar per post nach dresden nach.

nach ankunft in dessau machen wir uns gleich auf zum außerhalb gelegenen zeltplatz, sehr schön und romantisch gelegen am wildensee, leider mit unüberhörbarem autobahn-lärm:
zeltplatz wildensee camp site

2. tag – sa, 04.04.09 – dessau-wittenberg – 49 km / 30 hm meist sonnig

bauhaus-stiftung dessau  meisterhaus dessau  endlich schlafen

nach dennoch erholsamen schlaf und einem guten frühstück mit astrids spezialmüsli, das ein standard auf dieser reise werden soll, machen wir uns zunächst wieder auf nach dessau zum bauhaus, wo uns frau reuter in einer lebhaften und informativen führung durch das hauptgebäude der bauhaus stiftung sowie die drei erhaltenen, in unmittelbarer nähe liegenden meisterhäuser die bauhaus philosophie und insbesondere die leistung von walter gropius eindrucksvoll schildert. durch unendlich viele fotos und immer wieder neuem verweilen verzögert sich unsere abfahrt schließlich so sehr, dass wir den ursprünglich geplanten besuch des wörlitzer gartenreichs schweren herzens streichen müssen.

dafür treffen wir rechtzeitig in wittenberg ein, um auf einem wunderschönen 5-sterne-campingplatz gegenüber dem weichbild wittenbergs quartier zu nehmen:
zeltplatz wittenberg camp site

nach einem guten camping-mahl schließen wir den mittlerweile recht kühlen abend mit einem saunabesuch und einem zu später stunde von der freundlichen hausherrin noch überraschend organisierten frisch gezapften bier ab.

3. tag – so, 05.04.09 – wittenberg-dröschkau – 86 km  / 166 hm  meist sonnig

trauerzug in wittenberg  bockmühle hinter wittenberg  am lagerfeuer

nach regnerischer nacht und unter einer sich nur sehr zögerlich zeigenden sonne starten wir in den kühlen morgen mit einem besuch der hübschen altstadt von wittenberg mit ihrer hauptsehenswürdigkeit, der schlosskirche, begleitet von einem mittelalterlichen leichenzug mit zeitgenössischer trauermusik. beeindruckt sind wir auch vom imposanten rathaus und einigen sorgfältig restaurierten bürgerhaus-fassaden.

unsere weitere route folgt im wesentlichen dem elbe-radweg bis nach torgau, unserem geplanten zielort für heute. am überraschend geschlossenen und ohnehin nicht sehr einladenden campingplatz entscheiden wir uns allerdings zur weiterfahrt ohne konkretes ziel und schlagen unser zelt schließlich nach fast doppelter tagesdistanz am ufer eines von schilf umsäumten naturweihers auf, über den im reflektierten licht der mittlerweile zaghaft scheinenden sonne ein schwanenpaar zieht:
wilder zeltplatz dröschkau natural camp site

nach erfrischendem bad im weiher und leckerem essen schreiben, lesen und träumen wir noch ein wenig im schein eines lagerfeuers.

4. tag – mo, 06.04.09 – dröschkau-meissen – 57 km / 199 hm meist sonnig

elbidylle  mahnmal in strehla  albrechtburg meissen

nur schweren herzens trennen wir uns vom herrlichen wilden zeltplatz am malerischen weiher, zumal die sonne sich hinter dichtem hochnebel versteckt und ein kalter ostwind den schiebewind aus westen abgelöst hat.

überwiegend durch herrliche elbauen führt uns die strecke zunächst nach strehla, wo sich am 25.04.45, in der endphase des zweiten weltkrieges, russische und amerikanische einheiten erstmals begegneten, übrigens nicht wie landläufig gemeint in torgau. an diesen historischen moment erinnert ein von veteranen beider seiten und deutschen gemeinsam errichtetes monument, an dem sich zufällig ein interessantes gespräch mit einem zeitzeugen ergibt.

allmählich wechselt die strecke in ein leicht welliges profil, und zum abschluss verlangt uns eine steigung von > 16 % über ca. 1 km aus meissens zentrum hinauf zum hochgelegenen jugendgästehaus die letzten reserven ab. dort aber werden wir von einer freundlichen gruppe junger leute und einem urigen ‚herbergsvater‘ sehr liebenswürdig empfangen:
jugendgästehaus meissen hostel

5. tag – die, 07.04.09 – meissen-dresden – 32 km / 136 hm  meist sonnig

elbfrühling  im brauhaus watzke  dresdner weichbild

unter einem strahlend blauen himmel und bei fast sommerlicher wärme besuchen wir die hübsche altstadt von meissen und die sie überragende mächtige albrechtsburg, ein markantes landmark im von weingärten gesäumten, geradezu lieblichen tal der ruhig dahinfließenden elbe, an deren ufer schafe, pferde und kühe weiden.

höhepunkt aber heute ist der besuch der meissener porzellanmanufaktur. auch wenn nicht wirklich unser geschmack, so erfasst uns doch ehrfurcht und respekt vor der künstlerischen einzigartigkeit der artefakte. den überhaus hohen wert der in kunstvoller handarbeit und jahrhunderte alter tradition geschaffenen kostbarkeiten vermögen wir nach besuch der informativen show-werkstätten leicht nachvollziehen.

am nachmittag warten nur noch 25 km entlang der elbe auf uns, bevor wir nach einem stopp im unmittelbar am flussufer gelegenen traditionellen brauhaus watzke am nördlichen rande dresdens das ‚elbflorenz‘-zentrum erreichen, dessen einzigartiges weichbild uns schon von weitem in seinen bann schlägt. erfreut stellen wir fest, dass sich unser hotel in direkter nähe zur alles überragenden frauenkirche befindet – im herzen der dresdner altstadt:
aparthotel neumarkt dresden

6. tag – mi, 08.04.09 – ruhe- und kulturtag dresden – 2 km / 0 hm meist sonnig

frauenkirche  elbflorenz  lang lang in der semperoper

den tag beginnen wir mit dem besuch der gleich neben dem hotel liegenden frauenkirche. ergriffen von der schönheit und einzigartigkeit sowie der symbolhaftigkeit dieses wunderbaren in alter schönheit wiedererstandenen bauwerks mögen wir uns kaum von diesem erlebnis trennen, um rechtzeitig das zeitfenster für den sich anschließenden besuch des grünen gewölbes im residenzschloss zu erreichen. die dort in kunst- und prunkvoll gestalteten sälen exponierten schätze des fürstkönigs august von sachsen, dem starken, in worten zu beschreiben, wäre ein von vorneherein zum misserfolg verurteiltes bemühen.

noch benommen vom gesehenen nutzen wir die zeit und das schöne wetter zum aufstieg auf die kuppel der frauenkirche, von wo sich ein einzigartiger rundblick und überblick über die restaurierungsarbeiten im historischen zentrum dresdens bietet. ein junger ehrenamtlicher fremdenführer kommentiert bereitwillig und kompetent, ausführlich und völlig unentgeltlich die aus der vogelperspektive betrachtete stadt, ihre historische und gegenwärtige geschichte(n).

zur einstimmung auf das schon seit vielen monaten gebuchte abendliche klavierkonzert mit lang lang in der semper-oper genehmigen wir uns anstelle des üblichen trekking-mahls ein einigermaßen stimmiges abendessen sowie – insbesondere astrid – eine dem abendereignis angemessene kosmetische und, mit der per paket separat eingetroffenen garderobe, kleidungsmäßige vorbereitung.

7. tag – do, 09.04.09 – dresden-königstein – 49 km / 129 hm meist sonnig

loschwitzer brücke ‘das blaue wunder’  schloss pillnitz  elbsandsteingebirge ‘bastei’

wegen eines für astrid notwendigen augenarztbesuchs sowie der paketrücksendung (abendgarderobe und übergepäck!) verzögert sich unsere abfahrt aus dresden, so dass wir erst gegen 13:00 uhr bei herrlichem sonnenschein – und ich nun endlich mit richtigen radel- anstelle von weichen freizeitschuhen – richtung süden aufbrechen. kurz nachdem wir das blaue wunder, so die volksmundliche bezeichnung der loschwitzer brücke, dresdens zweitälteste elbüberquerung passieren, führt unsere route in den vorerst schönsten abschnitt des elbtals:

an die mit kleinen weingärten besetzten hänge schmiegen sich im bunten miteinander prachtvolle villen und gemütliche datschen. die gemächlich dahinfließende elbe wird nur hin und wieder von einem frachtkahn durchschnitten, und kleine fähren verbinden die malerischen ufer, an denen zahlreiche biergärten und gemütliche elbcafés zum verweilen einladen.

urplötzlich taucht dann rechtselbisch schloss pillnitz auf, eine von französischer und chinesischer baukunst inspirierte schlossanlage mit herrlicher lage am elbufer und einem wunderbaren garten, der wir einen besuch abstatten, bevor wir unsere weiterfahrt nach königstein fortsetzen, dessen 750 jahre alte festung kurz nach der mächtigen felsformation bastei das elbtal überragt.

mit einem ausblick auf diese hoch über der elbe liegenden festung nehmen wir vor unserem zelt auf dem schön gelegenen campingplatz unser kräftiges und um ein gutes bier bereichertes abendessen ein:
zeltplatz königstein camp site

8. tag – karfreitag, 10.04.09 – ruhetag königstein – 16 km / 158 hm meist sonnig

frühstück in königstein  blick von der bastei nach norden  basteibrücke

heute legen wir planmäßig einen weiteren ruhe- und besichtigungstag ein. unser ausflug in’s elbsandsteingebirge endet auf dem rechtselbischen ufer jedoch zunächst unplanmäßig in einer supersteilen (24 % !) cross-strecke, die allerdings neben schweißtreibenden passagen zum ausgleich wunderschöne ausblicke ins elbtal bietet.

von dem von ostertouristen bei fast sommerlichen temperaturen überlaufenen rathen aus steigen wir dann > 1.000 stufen hoch auf die bastei, die 194 m über der elbe inmitten einer spektakulären felslandschaft gelegene, in diese integrierte und noch in resten erhaltene historische felsenburg neurathen.

auf dem abstieg laden immer neue faszinierende ausblicke auf die in der nachmittagssonne schimmernde elbe zum verweilen ein. am elbufer sitzend und lesend genießen wir den ausklingenden tag.

9. tag – sa, 11.04.09 – ruhetag königstein – 4 km / 11 hm meist sonnig

paddeln in königstein  paddler  paddelpause

bei dem herrlichen wetter erliegen wir schnell der versuchung einer kajak-fahrt nach pirna und ‚verbraten‘ so unseren einzigen puffertag bereits zur tour-halbzeit.

bei sommerlichen temperaturen lassen wir uns mit nur geringer paddel-eigenleistung elbabwärts treiben, legen an malerischen stellen picknick-stopps ein und genießen die ruhe vor der morgigen weiterfahrt nach tschechien. nach kurzem altstadt-bummel durch’s hübsche pirna geht’s mit der s-bahn zurück nach königstein.

>  teil 2

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