finnland

suomi - finland


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die, 08.06. – mariehamn-kumlinge – 55 km / 316 hm – 03 unterschiedl bewölkt

autonomes åland viermastbark ‘pommern’ in mariehamn vårdö kyrka
blumenwiese auf vårdö fjärösund burg kastelholm, vårdö

nach frühem start begebe ich mich auf die, abgesehen vom besuch der seit 1937 im hafen von mariehamn liegenden ehemals deutschen 4-mast-bark ‚pommern‘, wenig ergiebige besichtigung der stadt mariehamn, die auf dem reißbrett enstanden zu sein scheint: breite linden-alleen, rechtwinklig angeordnete weitgehend nüchterne straßenzüge mit einfachen holzhäusern und zweckbauten.

in gemütlicher fahrt meist über einsame nebenstraßen passiere ich die reizvolle brücke über den fjärösund, burg kastelholm, das einzige schloss auf åland, sowie die ehemals russiche von englisch-französischen truppen 1854 eroberte festung bromarsund und erreiche am nachmittag in vårdö, wo mir der im finnischen ekenäs lebende schwarzwälder orgelbauer hans heinrich begegnet, den fähranlieger. von dort steuere ich die insel kumlinge an, wo ich ein einsames nachtquartier an idyllischer felsenküste finde.

mi, 09.06. – kumlinge-hakkenpää – 57 km / 286 hm – 02 meist sonnig 

frühstück im hafen von torsholma feldsteinmauer auf brändö gen norden von brändo
fahrt durch den schärengarten andreas, der stolze fischfarm-eigner ankunft im ‘eigentlichen finnland’

unchristlich früh treibt es mich aus dem schlafsack, damit ich die fähre um 06:45 uhr nach torsholma auf der insel brändö erreiche, wo ich unmittelbar nach der ankunft erst einmal in ruhe frühstücke, denn fahrtzeit und -distanz werden auf den åland-inseln vom zeittakt der oft nur in großen abständen verkehrenden fähren bestimmt.

in wirklichkeit besteht brändö aus einer unzahl von einzelnen kleinen inseln, von denen die meisten unbewohnt, einige mit dämmen verbunden sind, über die meine fahrt führt. dabei treffe ich in einer neben der straße gelegenen fischfarm auf dessen stolzen eigner andreas, der mir in einem interessanten und sehr freundlichen gespräch fast alles über seinen betrieb und die zucht von seeforellen erzählt. 2.000 tonnen fischt er in der fangsaison august-februar aus seinen sich über die gesamte ausdehung der insel erstreckenden farmen und beliefert damit sowohl märkte (fische von 1,5 kg) als auch (mit den größeren exemplaren bis zu 6 kg) die weiterverarbeitende industrie.

auf der halbinsel kustavi/gustavs erreiche ich das finnische festland und damit das ‚eigentliche finnland‘. kurz darauf erfahre ich erst nach intensiver recherche einer von mir um rat gefragten café-beistzerin kurz vor taivassalo die fahrzeit der fähre nach teersalo, die zweimal am tag (frühmorgens und nachmittags) ab hakkenpää verkehrt. für die 16:00 uhr-verbindung ist es bereits zu spät, so dass ich mich unmittelbar am kleinen hafen von hakkenpää mit meinem zelt gemütlich für die nacht einrichte.

do, 10.06. – hakkenpää- salo 113 km / 722 hm – 02 meist sonnig

‘meine’ fähre hakkenpää-teersalo blick in die/von der brücke schmale fahrrinne direkt unterm ufer
in turku im hafen von turku lupinenfeld

nach einem kurzen regenintermezzo in der nacht erwartet mich ein sonniger morgen. die 09:15 uhr-fähre erreiche ich ohne mühe und genieße als zunächst einziger passagier von der brücke aus die passage durch den herrlichen schärengarten vor turku. die weiterfahrt von teersalo nach turku verläuft durch eine landwirtchaftlich intensiv genutzte landschaft, wobei die straße jeden noch so kleinen hügel mitnimmt, was kräftig in die beine geht.

die frühere hauptstadt des ‚eigentlichen finnlands‘ und heutige industriestadt turku, von der einst die refomation des landes und durch die übersetzung des neuen testaments die entstehung der finnischen schriftsprache durch luthers schüler mikael agricola ausging, bietet wenig grund zum aufenthalt, so dass ich nach kurzem besuch des hafens, u. a. mit dem segelschulschiff ’suomen joutsen‘, und einem tagebuch-update in der örtlichen bibliothek die weiterfahrt antrete.

die fahrt durch die weiterhin stark von landwirtschaftlicher nutzung geprägte landschaft, die wohl nicht umsonst als die kornkammer finnlands bezeichnet wird, läuft so gut, dass ich bereits das übernächste tagesziel, salo, ansteuere und auf der vorgelagerten kleinen insel vuohensaari einen schön gelegenen campingplatz finde.

frei, 11.06. – salo-inkoo – 93 km / 499 hm – 09 starker regen

fahrt richtung helsinki  mein windgeschütztes plätzchen in inkoo  dinnerzubereitung im regensturm

warum nur ist auf diese tour regen immer mit sturmartigen gegenwind verbunden? als ob nässe und kälte als erschwernis und mühsal-faktoren nicht schon ausreichten…

das sich kurz nach dem morgendlichen aufbruch zu einem kräftigen regensturm auswachsende wetter führt zum verzicht des ursprünglich vorgesehenen entspannungsaufenthalt in tamisaari. ich ändere kurzentschlossen meine route, auch um von der stark befahrenen hauptstraße wegzukommen, und fahre weiter bis nach inkoo mit seinem hübschen kleinen hafen, wo ich nach einiger erkundigung einen windgeschützten platz am von kräftigen regengüssen und windböen zersausten felsenstrand finde. erstmals muss ich mein abendessen komplett im zelt zubereiten, in dem ich mich bald in den trockenen, warmen schlafsack einmummele.

sa, 12.06. – inkoo-helsinki – 68 km / 554 hm – 04 bewölkt

gestern noch über den wind geflucht, heute vom auf west gedrehten sturmwind bequem bis nach helsinki geschoben. so konnte ich es gemütlich angehen lassen und selbst das wellige profil der strecke ohne anstrengung bewältigen.

in helsinki genoss ich dann einmal mehr den freundschaftlichen empfang von margit und vexi, die mich in ihrem gemütlichen heim auf der halbinsel lehtisaari reichhaltig und schmackhaft beköstigten. da vexi selbst begeisterter radler ist, weiß margit halt was tretkurbel-artisten qualitativ und quantitativ so brauchen.

so, 13.06. – helsinki (ruhetag) 06 bewölkt etw regen

nach meinen verschiedenen aufenthalten in helsinki während der letzten drei jahre verzichte ich dieses mal, auch angesichts des nach angabe der einheimischen äußerst ungewöhnlichen stürmischen und regnerischen wetters, auf ein weiteres kulturprogramm, sondern ergänze im hostel satakuntatalo meinen reisebericht in einem recht zeitaufwändigen prozess um die von manchen interessierten tagebuchlesern bereits nachdrücklich eingeforderten bilder.

ein besonderes highlight wird aber dann am nachmittag der leider viel zu kurze besuch bei päivi mit meinen beiden enkelsöhnen touko (2,5 jahre) und olai (9 monate), die ich am liebsten mit auf meine weiterreise morgen nach estland nehmen würde. ebenso wird das anschließende treffen mit meinem alten geschäfts- und persönlichen freund alvar ein wiedersehen von ganz speziellem wert.

und schließlich rundet der brillante 4:0 sieg der deutschen fußballnationalmannschaft in ihrem wm-auftaktspiel gegen australien den tag noch mit einem echten sahnehäubchen ab.

< schweden                                                                 estland >


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